Aktuellen Berichten von taiwanesischen Medien zufolge hat ein großer OEM-Partner die Bestellung von bzw. die Option auf 300.000 Bundles, also GPU und Speicher, an Nvidia zurückgezogen. Das wiederum könnte sich (laut der Quellen) nun indirekt vielleicht sogar auf den Start der kommenden Grafikkarten-Generation auswirken und zeigt zugleich eine mögliche Fehleinschätzung des Marktes, wo man noch auf eine stärkere Mining-Nachfrage gesetzt hatte. Allerdings sagen die Quellen nichts Genaues über die Art der Chips und die eigentlichen Vorgänge aus, was uns natürlich etwas zur Vorsicht mahnt. Deshalb übernehmen wir zwar die News als solche, werden uns aber mit eigenen Interpretationen mangels belastbarer Fakten zurückhalten.

Was ist der Ausgangspunkt? Ein namentlich nicht genannter, asiatischer OEM-Partner von Nvidia soll laut dieser Meldungen 300.000 Packages auf Pascal-Basis nicht verbauen und die geplante Bestellung der GPUs und Speicher-Chips storniert haben. Dabei handelt es sich nicht um fertige Grafikkarten sondern um die einzelnen Komponenten, die Nvidia aber ausschließlich in Kombination anbietet. Der Einsatzzweck dieser Prozessoren waren wohl Karten für das Crypto-Mining, das mittlerweile etwas schwächelt.

Schon im Februar diesen Jahres hat sich das nachlassende Interesse an Mining-Hardware – insbesondere bei Grafikkarten – abgezeichnet. Der CEO von Nvidia, Jen-Hsun Huang, hatte damals bereits verkündet, man wolle sich wieder verstärkt auf die Spieler konzentrieren und eine hohe Verfügbarkeit der eigenen Produkte erreichen.

Während der Mining-Hochphase waren sowohl Grafikkarten von Nvidia als auch von dem Mitbewerber AMD nur eingeschränkt verfügbar. Die Lage hat erst vor einigen Wochen angefangen, sich zu entspannen. Die Preise für Grafikkarten sinken, während die verfügbaren Stückzahlen steigen. Damit hat Nvidia jedoch nicht gerechnet.
Ganz im Gegenteil ist man bei Nvidia von einer steigenden Nachfrage ausgegangen und hat dementsprechend mehr Chips produziert. Bereits vor einiger Zeit hat die DigiTimes angemerkt, dass ein durchaus großer Anteil der verfügbaren GPUs für Mining-Partner „reserviert“ war.
Mit der Nichtabnahme einer so hohen Anzahl an GPUs steht Nvidia nun vor dem Problem, diese Bestände sinnvoll weiterzuverarbeiten zu können/müssen. Auf der einen Seite steht die neue Grafikkarten-Generation in den Startlöchern und man dürfte hohe Lagerbestände möglichst rasch reduzieren und somit Platz für neue Karten schaffen wollen. Auf der anderen Seite ist da nun diese große Menge an voll funktionsfähigen Chips, die ein Boardpartner verbauen und an zahlungswillige Gamer bringen könnten. Das wiederum würde aber die besagten Lagerbestände auffüllen statt abbauen. Mit der Einführung der neuen Grafikkarten-Generation sinkt zudem erfahrungsgemäß das Interesse an Produkten der „alten“ Generation deutlich, nur betrifft der kolportierte Launch ja nicht die Mittelklasse. Würde Nvidia die Chips noch verwerten wollen, müsste der Start der neuen GPU-Generation im gleichen Leistungssegment wie das der angeblich nicht genutzten Chips weiter verzögert werden müssen. Eine unangenehme Zwickmühle, die darauf schließen lässt, dass der Markt vielleicht sogar falsch eingeschätzt wurde, aber am Ende wie so Vieles höchst spekulativ.
https://www.digitimes.com/news/a20180619PD205.html







